Microsoft 365 Copilot kostet laut Microsoft 26,00 Euro pro Nutzer und Monat ⓘ. Copilot Business kostet 18,20 Euro. Bei Kauf bis zum 31. Dezember 2026 gilt dafür im ersten Jahr ein Aktionspreis von 15,60 Euro, allerdings nur als Add-on für bestehende Kunden mit einem berechtigten Business-Tarif ⓘ. Alle Preise gelten bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt.
Steht Copilot bei Ihnen als feste Zeile pro Kopf im Budget, erklärt diese Zeile die Microsoft 365 Copilot Kosten bald nur noch zum Teil. Für Copilot Cowork rechnet Microsoft schon seit dem 16. Juni 2026 nach Verbrauch ab ⓘ. Ab dem vierten Quartal 2026 rollt Microsoft diese zweite, verbrauchsabhängige Abrechnung breit aus. Dieser Artikel zeigt, was in der Lizenz bleibt, was extra kostet und welche fünf Entscheidungen Sie vor dem ersten Credit treffen sollten.
Microsoft 365 Copilot Kosten: Was sich ab Q4 2026 ändert
Microsoft rechnet Copilot künftig in zwei Spuren ab. Alltags-KI bleibt in der festen Nutzerlizenz, der User Subscription License (USL). Aufwendige KI-Aufgaben und neue, besonders leistungsfähige Modelle (Frontier-Modelle) laufen über eine nutzungsbasierte Abrechnung in Copilot Credits. Der breite Rollout beginnt laut Microsoft im vierten Quartal 2026 ⓘ.
Das betrifft also das laufende Quartal, nicht erst das nächste Budgetjahr. Microsofts eigene Preisseite zeigt die Richtung bereits: Bei Copilot Cowork steht in jedem Plan “Abgerechnet” ⓘ.
Für Sie als Geschäftsführer stellen sich damit drei Fragen. Was bleibt Pauschale? Was wird variabel? Und wer entscheidet über den variablen Teil? Die Antwort auf die letzte Frage passt in fünf Entscheidungen. Dazu kommen wir weiter unten.
Was die Copilot Lizenz weiter abdeckt
Für die tägliche Arbeit bleibt es bei der festen Zeile pro Kopf.
Die Nutzerlizenz deckt laut Microsoft die Alltags-KI ab: Besprechungen zusammenfassen, Dokumente entwerfen, Analysen erstellen ⓘ. Auch die Modellauswahl und der automatische Modus “Auto” gehören dazu. Auto wählt für jede Anfrage selbst das passende Modell ⓘ.
Copilot in SharePoint und OneDrive hat Microsoft als allgemein verfügbar angekündigt, der Rollout beginnt im Oktober 2026. Die Alltagsfunktionen bleiben dort in der Lizenz. Neue agentische Funktionen, bei denen Copilot selbstständig handelt, und Arbeit in großem Umfang laufen dagegen über Credits ⓘ.
Pauschale heißt allerdings nicht grenzenlos. Einige Modelle sind laut Microsoft nur mit Fair Use enthalten, andere nur mit Limits ⓘ. Außerdem kündigt Microsoft Nutzungsgrenzen innerhalb der Lizenz an, einen Termin nennt Microsoft dafür nicht. Wer eine solche Grenze erreicht, kann laut Microsoft über Credits weiterarbeiten oder, falls möglich, zu Auto wechseln ⓘ.
Ein Bild hilft beim Einordnen. Die Lizenz ist die Leasingrate: ein fester Betrag pro Nutzer und Monat. Die Copilot Credits sind die Tankkarte für die langen Strecken. Wichtig dabei: Credits ersetzen die Lizenz nicht. Für Cowork und die neuen Funktionen in SharePointGlossarSharePoint ist die Dokumenten- und Intranet-Plattform in Microsoft 365. Für Copilot und unternehmensinterne KI ist sie die zentrale Wissensquelle — mit Sites, Bibliotheken und Berechtigungen, die Antworten und Sichtbarkeit steuern. und OneDrive setzt Microsoft eine Copilot-Lizenz voraus ⓘ, ebenso für Code und Autopilot ⓘ.
Wer verstehen will, was Copilot im Alltag technisch tut, findet die Grundlagen unter Wie funktioniert Microsoft Copilot? und auf unserer Seite zu Microsoft Copilot.
Was Copilot Credits sind und was sie kosten
Copilot Credits sind die Verrechnungseinheit, in der Microsoft nutzungsbasierte Copilot-Dienste abrechnet.
Credits bezahlen die aufwendige Arbeit, bei der Copilot selbstständig mehrere Schritte erledigt. Microsoft nennt dafür Cowork, Code, Autopilot und neue Frontier-Modelle ⓘ sowie neue agentische Funktionen in SharePoint und OneDrive ⓘ. Dazu kommen technische Dienste wie die Work IQ API, die Copilot Managed Runtime und der Teams Phone Agent ⓘ.
Der Preis pro Credit ist klar. Im Pay-as-you-go-Modell, also bei Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch, kostet ein Credit laut Microsoft 0,01 US-Dollar ⓘ. 100 Credits entsprechen also einem US-Dollar. Einen Euro-Preis pro Credit haben wir in Microsofts Unterlagen bis zum 10. Oktober 2026 nicht gefunden.
Der Preis pro Aufgabe ist dagegen offen. Bei Cowork ergibt er sich aus vier Größen: Modellnutzung, Abruf von Kontext, Werkzeug-Aufrufe und Laufzeit ⓘ. Vorab prüfen lässt sich das nicht. Der Befehl /cost zeigt erst nach dem Start einen Näherungswert, keine verbindliche Abrechnung ⓘ.
Microsoft bietet zwar einen Rechner an, mit dem Sie den Verbrauch für Cowork vorab modellieren können ⓘ. Weil sich der Preis einer Aufgabe aber nur schätzen lässt, zählt die Obergrenze mehr als jede Schätzung.
Für den Bezug der Credits gibt es je nach Dienst drei Wege, die sich teilweise kombinieren lassen ⓘ:
- Pay-as-you-go: Abrechnung nach Verbrauch über ein Azure-Abonnement ⓘ.
- Copilot Credit Pre-Purchase Plan (P3): ein Vorauskauf mit einem Jahr Laufzeit und Mengenrabatt, der auf Pay-as-you-go aufsetzt ⓘ. Er verlängert sich standardmäßig automatisch, das lässt sich abschalten. Stornieren oder umtauschen lässt er sich nicht ⓘ.
- Capacity Packs: vorausbezahlte Kontingente. Sie teilen sich die Credits mit der Power Platform. Was dort Umgebungen zugewiesen wird, fehlt den Microsoft-365-Diensten ⓘ.
Abgebucht wird in fester Reihenfolge: erst Capacity Packs, dann P3, zuletzt Pay-as-you-go ⓘ. Wie die Lizenzlogik der Power Platform funktioniert, zeigt unser Beitrag zu Power Automate Lizenzen und Kosten.
Warum Abwarten keine Kostenkontrolle ist
Zuerst die gute Nachricht: In Deutschland fließt derzeit kein Credit ohne Ihre Zustimmung. Laut Microsoft muss ein Administrator eine Ausgabenrichtlinie (Spending Policy) anlegen, bevor jemand nutzungsbasierte Funktionen verwenden kann ⓘ. In Enterprise-Tenants sind diese Funktionen bis dahin nicht aktiv ⓘ.
Trotzdem ist Abwarten eine Entscheidung. Drei Voreinstellungen greifen, wenn Sie nichts festlegen.
Die neuen Funktionen sind sichtbar. Nutzer mit einer Microsoft-365-Copilot-Lizenz sollen Cowork, Code und Autopilot standardmäßig sehen. Ohne Ausgabenrichtlinie erscheint ein Hinweis. Für Enterprise-Nutzer ist “Zugriff anfordern” voreingestellt. Eine neue Einstellung erlaubt stattdessen “Mehr erfahren” oder das Sperren von Anfragen. Diese Änderungen kommen laut Microsoft im Oktober für Standard-Kunden und im November für Kunden im verzögerten Rollout ⓘ.
Neue Dienste kommen automatisch dazu. Die Einstellung “Auto-apply new services” ist bei jeder Ausgabenrichtlinie standardmäßig aktiv ⓘ. Bestehende Richtlinien können neu verfügbare Dienste also automatisch aufnehmen ⓘ. Die Liste wächst: Ab Oktober soll das Kostenmanagement im Admin Center laut Microsoft auch Agenten aus Copilot Studio unterstützen ⓘ.
Das Limit pro Kopf ist optional. Ein monatliches Nutzerlimit muss niemand setzen ⓘ.
Copilot Business: Was in Deutschland gilt
Für neue Käufe von Copilot Business geht Microsoft einen Schritt weiter. Dort richtet Microsoft die nutzungsbasierte Abrechnung standardmäßig ein: mit Azure-Ressourcen und einer Ausgabenrichtlinie von 4.000 Credits pro Nutzer und Monat. Das gilt ab 19. Oktober 2026 bei Direktkauf und ab 1. Dezember 2026 beim Kauf über einen Partner im Cloud-Solution-Provider-Programm (CSP). Bei Kunden, die schon Microsoft 365 Copilot haben, genügt ein neu gekaufter Copilot-Business-Platz: Dann richtet Microsoft die nutzungsbasierte Abrechnung für alle Copilot-Abonnements im TenantGlossarEin Tenant (deutsch: Mandant) ist die isolierte Microsoft-365-Umgebung eines Unternehmens. Alle Nutzer, Daten, Lizenzen und Konfigurationen eines Kunden sind in einem eigenen Tenant getrennt von anderen Organisationen. ein ⓘ.
Laut CRN entsprechen 4.000 Credits rund 40 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Partner können das Limit auf null setzen ⓘ.
Deutschland ist von dieser Voreinstellung zunächst ausgenommen, einen Termin nennt Microsoft nicht. Eigene, bereits angelegte Richtlinien bleiben laut Microsoft bestehen ⓘ. Für Sie heißt das: Sie haben Zeit für eine ruhige Entscheidung. Aber nicht für gar keine.
Copilot Kosten begrenzen: Fünf Entscheidungen vor dem ersten Credit
Eine Ausgabenrichtlinie ist die Einstellung im Microsoft 365 Admin Center, die festlegt, wer welche nutzungsbasierten Copilot-Dienste nutzen darf, mit welchem Monatsbudget und über welche Abrechnungsmethode ⓘ. Im Bild von oben: Sie entscheiden, wer eine Tankkarte bekommt und welches Limit darauf steht.
Technisch setzt das Ihre IT um. Die fünf Fragen dahinter entscheiden aber über Ihre Microsoft 365 Copilot Kosten. Es sind Budgetfragen, also Ihre:
- Wer darf? Eine Richtlinie gilt für alle Nutzer oder für ausgewählte Sicherheitsgruppen aus Entra ID. Beim Anlegen sind alle Nutzer vorausgewählt ⓘ. Unsere Empfehlung: mit den Teams starten, die einen klaren Anwendungsfall haben.
- Welche Dienste, und kommen neue automatisch dazu? Pro Richtlinie wählen Sie die Dienste aus. Auto-apply ist dabei an. Unsere Empfehlung: Lassen Sie das nicht einfach stehen, sondern entscheiden Sie bewusst. Sonst deckt Ihr Budget bald mehr ab, als Sie beschlossen haben.
- Wie viel pro Monat und pro Kopf? Das Monatsbudget einer Richtlinie ist unbegrenzt oder begrenzt. Ist das Limit erreicht, verlieren Nutzer den Zugriff bis zum Monatsersten ⓘ. Das Nutzerlimit ist optional, Microsoft empfiehlt es aber ⓘ. Unsere Empfehlung: immer beides setzen. Gehört ein Nutzer zu mehreren Richtlinien, gilt die mit dem höchsten Nutzerlimit ⓘ.
- Was passiert bei Anfragen? Mitarbeitende ohne Freigabe sehen je nach Einstellung “Zugriff anfordern” oder “Mehr erfahren”, oder Anfragen sind gesperrt ⓘ. Unsere Empfehlung: Legen Sie vorher fest, wer nach welchem Kriterium genehmigt.
- Wer sieht den Verbrauch, und wer darf Limits ändern? Anlegen dürfen eine Ausgabenrichtlinie nur Global- und Billing-Administratoren. Bearbeiten, auch die Limits, dürfen zusätzlich KI- und Lizenzadministratoren. Leserollen sehen den Verbrauch, ohne etwas ändern zu können ⓘ. Unsere Empfehlung: Geben Sie Ihrem Controlling eine Leserolle und legen Sie fest, wer Limits ändern darf.
| Ihre Frage | Voreinstellung bei Microsoft | Was Ihre IT einstellt |
|---|---|---|
| Wer darf? | Beim Anlegen vorausgewählt: alle Nutzer | Sicherheitsgruppen pro Team |
| Welche Dienste? | Neue Dienste automatisch dabei | Dienste auswählen, Auto-apply bewusst setzen |
| Wie viel? | Nutzerlimit optional | Monatsbudget und Nutzerlimit |
| Anfragen? | ”Zugriff anfordern” (Enterprise) | Freigabeweg festlegen oder sperren |
| Wer sieht es? | Keine Leserolle zugewiesen | Leserolle für das Controlling |
Wichtig: Ein Vorauskauf ist keine Obergrenze. Ist ein P3-Guthaben aufgebraucht, läuft die Nutzung automatisch per Pay-as-you-go weiter. Bei Capacity Packs geschieht das, sobald ein Pay-as-you-go-Zähler aktiviert ist ⓘ. Die Ausgaben begrenzen nur die Limits der Richtlinie: das Monatsbudget und das Nutzerlimit.
Unsere Empfehlung deshalb: erst messen, dann binden. Starten Sie mit Pay-as-you-go und klaren Limits. Beobachten Sie den Verbrauch einige Monate. Erst dann lohnt die Frage, ob ein Vorauskauf über P3 passt, der sich nicht stornieren lässt.
Ausgabenrichtlinien sind damit ein Baustein Ihrer KI-Governance. Die technische Umsetzung übernimmt Ihre IT oder ein Dienstleister, etwa im Rahmen einer Microsoft 365 Einrichtung.
Wer zahlt: IT-Budget oder Fachbereich?
FinOps for AI ist Microsofts Sammelbegriff für Funktionen, mit denen Unternehmen KI-Ausgaben steuern, überwachen und dem Nutzen gegenüberstellen. Die Funktionen sind laut Microsoft seit September 2026 als Vorschau verfügbar ⓘ.
Drei Werkzeuge sind für den Mittelstand interessant:
- Modelle pro Gruppe: Für Cowork legen Administratoren fest, welche Modelle und Aufwandsstufen eine Gruppe nutzen darf ⓘ. Ein solches Modellprofil umfasst mindestens zwei Modelle ⓘ.
- Verbrauch neben Ergebnis: Ein Verbrauchsdashboard stellt den Credit-Verbrauch den erzielten Ergebnissen gegenüber ⓘ.
- Transparenz für Mitarbeitende: In Cowork sehen Nutzer ihren eigenen Credit-Verbrauch, das verbleibende Guthaben und ihre Historie. Diese Funktion ist bereits allgemein verfügbar ⓘ.
Dazu kommt ein Detail für die Buchhaltung: Global- und Billing-Administratoren können pro Richtlinie eine eigene Abrechnungsmethode wählen. Microsoft nennt das Abrechnung nach Abteilungen ⓘ.
Der Kontrast zum alten Modell ist deutlich. Dort stand Copilot als feste Zeile pro Kopf im Budget. Künftig kommen Fixkosten plus ein variabler Anteil, dessen Maximum pro Monat feststeht, sofern Sie Limits setzen. Der Preis einer einzelnen Aufgabe bleibt offen, das Monatsmaximum mit Limit nicht.
Unsere Empfehlung: Die Lizenz gehört als Fixkosten ins IT-Budget. Den variablen Anteil ordnen Sie über Gruppen-Richtlinien dem Fachbereich zu, der den Nutzen hat. Dann fragt niemand mehr nur “Was kostet KI?”, sondern “Was bringt sie uns pro Credit?”. Microsoft selbst schreibt, die nutzungsbasierte Abrechnung lasse sich unter Umständen besser aus Budgets der Geschäftsbereiche finanzieren ⓘ. Weil Capacity Packs ein gemeinsamer Topf mit der Power Platform sind, braucht es dafür eine verantwortliche Person. Wie Sie Verbrauch und Nutzen laufend im Blick behalten, beschreiben wir unter KI-Betrieb.
Nächster Schritt
Können Sie eine der fünf Fragen heute noch nicht beantworten? Dann klären wir sie gemeinsam in der KI-Beratung: welche Teams aufwendige KI-Aufgaben brauchen, mit welchem Limit sie starten und wer Anfragen freigibt. Ihre IT setzt die Ausgabenrichtlinie danach in einem Zug um.
Stand dieses Artikels: 10. Oktober 2026. Termine und Preise sind Ankündigungen von Microsoft und können sich ändern.