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EU AI Act

Der EU AI Act ist die europäische KI-Verordnung, die seit August 2024 schrittweise in Kraft tritt. Sie klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen und definiert Pflichten für Anbieter und Betreiber. Für die meisten mittelständischen KI-Nutzer gilt die Hochrisiko-Deadline im August 2026.

Der EU AI ActGlossarDer EU AI Act ist die europäische KI-Verordnung, die seit August 2024 schrittweise in Kraft tritt. Sie klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen und definiert Pflichten für Anbieter und Betreiber. Für die meisten mittelständischen KI-Nutzer gilt die Hochrisiko-Deadline im August 2026. (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das erste umfassende KI-Gesetz der Europäischen Union. Er regelt, welche KI-Systeme erlaubt, eingeschränkt oder verboten sind, und welche Pflichten Anbieter und Betreiber treffen. Für den deutschen Mittelstand ist er relevant, sobald Teams Microsoft Copilot, ChatGPT oder andere KI-Tools beruflich nutzen, nicht erst beim Bau eigener Modelle.

Risikoklassen statt pauschaler Verbote

Der Act teilt KI-Systeme in vier Stufen ein:

  1. Unannehmbares Risiko: verbotene Praktiken (z. B. Social Scoring durch Behörden, bestimmte biometrische Echtzeitüberwachung)
  2. Hochrisiko: strenge Pflichten zu Risikomanagement, Datenqualität, Dokumentation, menschlicher Aufsicht und Transparenz (z. B. KI in Personalauswahl, Kreditwürdigkeit, kritischer Infrastruktur)
  3. Begrenztes Risiko: vor allem Transparenzpflichten (Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren)
  4. Minimales Risiko: der Großteil alltäglicher Tools; keine speziellen Act-Pflichten jenseits bestehender Gesetze

Microsoft 365 Copilot in der Standardkonfiguration gilt in der Regel nicht als Hochrisiko-System nach Anhang III. Sobald KI in HR, Kreditentscheidungen oder sicherheitskritischen Prozessen steuert, ändert sich die Einordnung.

Fristen, die KMU kennen müssen

  • 2. August 2024: Inkrafttreten
  • 2. Februar 2025: Verbote und die KI-Kompetenz-Pflicht (Art. 4)
  • 2. August 2026: zentrale Betreiber- und Hochrisiko-Pflichten (bzw. der dann geltende Zeitplan)
  • Spätere Stufen: zusätzliche GPAI- und Governance-Anforderungen

Der Zeitplan kann politisch nachjustiert werden. Die Art.-4-Pflicht gilt unabhängig davon bereits.

Was Betreiber im Mittelstand konkret tun

Die meisten KMU sind Betreiber (Deployer), nicht Anbieter. Typische Aufgaben:

  • Inventar: Welche KI-Tools laufen im Unternehmen (Copilot, ChatGPT, Branchen-Tools, Eigenentwicklungen)?
  • Risikoeinschätzung: Hochrisiko oder nicht?
  • KI-Kompetenz der Nutzenden sicherstellen und dokumentieren
  • Transparenz gegenüber Betroffenen, wo vorgeschrieben
  • Schnittstelle zum Datenschutz: DSGVO und KI bleiben parallel anwendbar

Abgrenzung

Der EU AI Act ersetzt weder die DSGVO noch Branchengesetze. Er ergänzt sie um produktsicherheits- und risikobasierte KI-Regeln. Halluzinationen und unklare Datenflüsse sind oft das praktische Einstiegsrisiko, noch bevor formale Hochrisiko-Pflichten greifen.

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